
Servus.at Newsletter // November 2025 📯 KI-Café, November-Sauerteig und d*sign week
English version below▼
[DE]
Liebes servus.at Mitglied,
heads up: Uns erwartet ein antriebsvoller Rest des Monats!
Details zu all dem gibt es unten!
:: KI Café mit Błażej Kotowski: “How to loose control and call it creativity” ::
→ Teil des Projektes: “Kritische Digitalisierung für Kunst und Kultur” // Theater Phönix X servus.at
Wann: Fr., 14. November // 16:00–18:00 Uhr
Wo: servus.at Clubraum. c/o Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4, 4040 LinzGemeinsam mit dem Theater Phönix führt servus.at derzeit das Projekt „Kritische Digitalisierung für Kunst und Kultur” durch. Dieses beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit KI-Systemen im Theaterbereich sowie eine praktische Evaluierung digitaler, datenbankgestützter, automatisierter und algorithmischer Prozesse im Theaterbetrieb. Das Projekt ist in Arbeitsessions mit dem Phönix-Team und in praktischen Hands-on-Workshops mit Expert:innen strukturiert. Es gibt auch einen öffentlichen Teil: die KI-Cafés mit Inputs und Konversationen über nachhaltige Digitalisierung und KI-Kritik im Hinblick auf Kunst und Kultur.
Zu Gast beim ersten KI-Café ist der Forscher und Künstler Błażej Kotowski. Er ist Teil der Music Technology Group der Pompeu-Fabra-Universität in Barcelona und untersucht, wie KI-Architekturen kreative Prozesse vermitteln und neue Formen des klanglichen Ausdrucks ermöglichen. Sein Input „How to lose control and call it creativity“ fokussiert sich auf die Nutzung irreführender Begrifflichkeiten wie „Verantwortungsbewusstsein“, „Vertrauenswürdigkeit“ und „Kreativität“ in der KI-Industrie. Sie werden oft verwendet, um ausbeuterische Infrastrukturen zu beschönigen und zu legitimieren. Narrative von Kreativität und Ethik werden herangezogen, um technologische Systeme befähigend und menschenzentriert erscheinen zu lassen, während die zugrunde liegende gewinnorientierte Unternehmenslogik unverändert bleibt. Aus seiner Perspektive als Künstler und Forscher werden Beispiele aus dem Bereich der kreativen KI und der Wissenschaft vorgestellt, die es erlauben, Kreativität aus den KI-Narrativen zurückzugewinnen.
*Talk und Diskussion auf Englisch*
Anmeldungslink: https://umfrage.servus.at/index.php/296611?lang=deProjektseite: https://core.servus.at/de/projekt/2025/kritische-digitalisierung-f-r-kunst-und-kultur-theater-phoenix-x-servusat
:: Sourdough #2: Von der digitalen Oligarchie zum digitalen Totalitarismus? Mit Tina Leisch von “Die Schweigende Mehrheit” (Workshop) ::
Wann: Mittwoch, 19. November // 18:00–20:00 Uhr
Wo: servus.at Clubraum. c/o Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4, 4040 LinzOhne Zweifel leben wir in einer weltweiten digitalen Oligarchie. Eine Handvoll Männer verfügen über die Algorithmen und die Einnahmen weniger Social Media Plattformen, die weltweit täglich dominanter die Flüsse von Information kanalisieren. In Europa gibt es Regulierungen durch die EU um diese undemokratische digitale Machtkonzentration zumindest einem kleinen Teil der Regeln und Gesetze zu unterwerfen, die im analogen Raum Rechtsstaatlichkeit und Demokratie garantieren sollen. In vielen Teilen der Welt herrschen die “TechBros” ungebremst und unkontrolliert. Weil wir uns freiwillig für Google, Meta, Byte Dance und Amazon zu gläsernen Menschen gemacht haben, haben wir dazu beigetragen, diese digitalen Oligarchen aufzubauen.
Wir diskutieren die Tatsachen: Wie genau schauen diese Machtverhältnisse aus? Welche nationalen und internationalen Regulierungsmöglichkeiten gibt es derzeit? Was besagen Digital Service Act, Digital Market Act, AI-Act der EU? Welche Macht haben wir als Nutzer*innen? Welche alternative Kommunikationstools könnten wir nutzen, warum tun wir es kaum? Wie ist es wenigen digitalen Oligarchen gelungen, die Utopie des weltweiten freien Kommunikationsnetzes, in dem alle Menschen auf Augenhöhe und unzensiert miteinander kommunizieren können, in einen Brutkasten für Hass im Netz, Rassismus und antidemokratische Kräfte zu verkehren? Wie sähe eine utopische Struktur der digitalen Welt aus? Unsere Vorstellungen von “Autoritarismus”, “Totalitarismus”, “Faschismus” orientieren sich am Alptraum übermächtiger, allwissender staatlicher Herrschaft. Im digitalen Raum haben wir es aber mit übermächtigen, allwissenden privaten Firmen zu tun, die durch ihre Datenallmacht starken Einfluss auf öffentliche Meinungen und Wahlen und damit auf die Bildung ihnen willfähriger Regierungen nehmen können. In welcher Weise hat sich das Verhältnis von Staaten und Wirtschaft im digitalen Universum verändert? Mit welchen Begriffen beschreiben wir diesen Übergang ehemals hoheitlicher Machtbefugnisse in private Hände? Was tun?
*Teilnehmer*innen mit Expertise in politischer Wissenschaft, Netzpolitik und Medienökonomie sehr willkommen.*
Die Schweigende Mehrheit ist ein internationales, internationalistisches Künstler*innenkollektiv, das seit 2015 poltisch-kulturelle Intervention auf Bühnen, Leinwänden, im öffentlichen Raum und in Klassenzimmern produziert. https://www.schweigendemehrheit.at/Tina Leisch ist Film-, Text- und Theaterarbeiterin.Anmeldungslink: https://umfrage.servus.at/index.php/427682?newtest=Y&lang=deProjektseite: https://core.servus.at/de/projekt/sourdough/Sourdough ist durch LINZimPULS gefördert.
:: d*sign week 2025: „For who(m) is the making?“ ::
Wann: 24.–30. November 2025
Wo: Linz, Kulturverein zur Schießhalle, Stadtwerkstatt, University of Arts LinzDie d*sign week 2025 dreht sich um die Frage: „For who(m) is the making?“ – Wer ist am Designprozess beteiligt, als Gestalterin oder als Adressatin, und wie verbindet Design die Bedürfnisse und den Alltag beider? Die einwöchige Veranstaltung für experimentelle und unabhängige Designpraktiken untersucht, wie Zugang, Teilhabe und Inklusion zu zentralen Werten unabhängiger Designarbeit werden können. Das Festival wird von Potato Publishing und servus.at gemeinsam mit den Departments Visual Communication und Timebased Media der Universität für künstlerische Gestaltung Linz organisiert. Die Partner bringen umfassende Erfahrung in unabhängigen und experimentellen Projekten ein und schaffen so eine offene Plattform für Austausch, Lernen und kreative Kollaboration.Durch Workshops, Vorträge und Gespräche eröffnet die dsign week Räume für Austausch zwischen Designerinnen, Künstlerinnen und Coderinnen. Das Programm richtet sich bewusst auch an ein breiteres Publikum – etwa durch Notizen, Übersetzungen und Kontextualisierung der Inhalte. Das Festival legt den Fokus auf Design als soziale Praxis: Wer profitiert vom Design? Wie kann es inklusiver gestaltet werden? Wie lassen sich ästhetische und künstlerische Intentionen mit Zugänglichkeit verbinden? Die d*sign week 2025 lädt dazu ein, Designpraktiken zu hinterfragen, neue Perspektiven zu entwickeln und Netzwerke der Solidarität aufzubauen.*Programmdetails werden in den nächsten Tage veröffentlicht und in die nächster Newsletter angekündigt.*Webseite der d*sign week: dsignweek.servus.at
d*sign week ist gefördert von: Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Land Oberösterreich, Linz Kultur, LINZimPULS 2025
Main Sponsor LINZ AG
[EN]
Dear member,
heads up: we have an eventful rest of the month ahead of us!
Details about all of this below
When: Friday, November 14 // 16:00–18:00Where: servus.at clubraum, c/o Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4, 4040 LinzTogether with Theater Phönix, servus.at is currently carrying out the project “Critical Digitization for Art and Culture”. This involves a critical examination of AI systems in the theater sector as well as a practical evaluation of digital, database-supported, automated, and algorithmic processes in theater operations. The project is structured around working sessions with the Phönix team and practical hands-on workshops with experts. There is also a public component: the AI Cafés with inputs and conversations about sustainable digitization and AI criticism with regard to art and culture.
The guest at the first AI Café is researcher and artist Błażej Kotowski. He is part of the Music Technology Group at Pompeu Fabra University in Barcelona and investigates how AI architectures mediate creative processes and enable new forms of sonic expression. His input, “How to lose control and call it creativity,” focuses on the use of misleading terms such as “responsibility,” “trustworthiness,” and “creativity” in the AI industry. These terms are often used to gloss over and legitimize exploitative infrastructures. Narratives of creativity and ethics are used to make technological systems appear empowering and human-centered, while the underlying profit-oriented corporate logic remains unchanged. From his perspective as an artist and researcher, examples from the field of creative AI and science are presented that allow creativity to be reclaimed from AI narratives.
*Talk and discussion in English.*
Registration link: https://umfrage.servus.at/index.php/296611?lang=enProject page: https://core.servus.at/en/projekt/2025/critical-digitization-art-and-culture-theater-phoenix-x-servusat
:: Sourdough #2: From Digital Oligarchy to Digital Totalitarianism? With Tina Leisch from "Die Schweigende Mehrheit” (Workshop) ::
When: Wednesday, 19th Nov // 18:00–20:00
Where: servus.at Clubraum. c/o Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4, 4040 LinzThere is no doubt that we live in a global digital oligarchy. A handful of men control the algorithms and revenues of a few social media platforms that increasingly dominate and channel the global flow of information. In Europe, EU regulations attempt, at least to some extent, to subject this undemocratic concentration of digital power to the same rules and laws that are meant to guarantee democracy and the rule of law in the analog world. In many other parts of the world, the “TechBros” rule unchecked and unregulated. Because we have voluntarily made ourselves transparent to Google, Meta, ByteDance, and Amazon, we have helped to build these digital oligarchs.
We will discuss the facts: What exactly do these power structures look like? What national and international regulatory possibilities currently exist? What do the EU’s Digital Services Act, Digital Markets Act, and AI Act stipulate? What power do we, as users, actually have? Which alternative communication tools could we use—and why do we rarely do so? How did a few digital oligarchs manage to turn the utopia of a free global communication network, where all people could communicate equally and without censorship, into an incubator for online hate, racism, and anti-democratic forces? What would a utopian digital structure look like?
Our ideas of “authoritarianism,” “totalitarianism,” and “fascism” are shaped by the nightmare of overpowering, all-knowing state rule. Yet in the digital realm, we are faced with overpowering, all-knowing *private* corporations whose data dominance allows them to influence public opinion and elections—and thus to help create compliant governments. How has the relationship between states and the economy changed in the digital universe? With what terms can we describe this transfer of formerly sovereign powers into private hands? What is to be done?
*Participants with expertise in political science, internet policy, and media economics are especially welcome.*
Die Schweigende Mehrheit (The Silent Majority) is an international, internationalist artist collective that has been producing political and cultural interventions on stages, screens, in public spaces, and in classrooms since 2015. https://www.schweigendemehrheit.at/Tina Leisch is a film -, text- and theaterworker.
*The workshop will be mainly held in German.*Registration Link: https://umfrage.servus.at/index.php/427682?newtest=Y&lang=enProject Info: https://core.servus.at/de/projekt/sourdough/Sourdough ist durch LINZimPULS gefördert.
:: d*sign week 2025: „For who(m) is the making?“ ::
When: 24.–30. November 2025
Where : Linz, Kulturverein zur Schießhalle, Stadtwerkstatt, University of Arts LinzThe d*sign week 2025 revolves around the question: “For who(m) is the making?” – Who is involved in the design process, as a designer or as an addressee, and how does design connect the needs and everyday life of both? The week-long festival for experimental and independent design practices explores how access, participation, and inclusion can become guiding values for independent design work.The festival is organized by Potato Publishing and servus.at, together with the Departments of Visual Communication and Timebased Media at the University of Arts Linz. The partners bring extensive experience in independent and experimental projects, creating an open platform for exchange, learning, and creative collaboration. Through workshops, lectures, and conversations, the d*sign week opens spaces for exchange between designers, artists, and coders. The program is deliberately made accessible to a broader audience, including through note-taking, translation, and contextualization of content. The festival focuses on design as a social practice: Who benefits from design? How can it be made more inclusive? How can aesthetic and artistic intentions be balanced with accessibility? d*sign week 2025 invites participants to question design practices, develop new perspectives, and build networks of solidarity.
*Program details will be published in the coming days and announced in the next newsletter.*
Website: dsignweek.servus.atd*sign week is funded by: Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Land Oberösterreich, Linz Kultur, LINZimPULS 2025
Main Sponsor LINZ AG
Du erhältst diese Informationen, weil du bei uns Mitglied oder im Besitz einer servus.at E-Mail Adresse bist. Im Newsletter halten wir dich am Laufenden über unsere Vereinstätigkeiten und informieren dich über Dienste, die du im Rahmen der Mitgliedschaft nutzen kannst. Wir freuen uns über inhaltlichen Input oder Feedback: news@servus.at
You receive this information because you are a member or have a servus.at e-mail address. In the newsletter, we keep you up to date on our association activities and inform you about services you can use as part of your membership. We are happy to receive input or feedback: news@servus.at
Unsere Webseite / Our Website: www.servus.at
servus on Mastodon: https://social.servus.at/@servus
the mastodon account we use during maintenance & off time: https://post.lurk.org/@ping_servus
servus.at thanks its main sponsor 2024-2025
funded by Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport / Austrian Federal Ministry of Housing, Arts, Culture, Media and Sport; Kulturland Oberösterreich / Cultural Directory of Upper Austria; und Linz Kultur / Linz Culture.
